
Das Waldviertel ist das österreichische Hauptanbaugebiet von Schlafmohn (Papaver somniferum L.) - der wichtigsten Art der Gattung Mohn. Jahrtausende ist die Verwendung des Mohnsamens belegt. Ob als Backwerk, Narkotikum oder zur Ölgewinnung, der tatsächliche Verwendungszweck in früherer Zeit ist unklar. Mohn spielt seit dem Mittelalter im Waldviertel eine überaus wichtige Rolle und Waldviertler Graumohn wurde bis 1934 an der Londoner Produktenbörse gehandelt.
Der Mohnanbau ging in Österreich aufgrund der fehlenden Mechanisierung und steigender Importe im Laufe des 20. Jahrhunderts stark zurück. Die Wiederbelebung vergessener bzw. bedeutungslos gewordener Kulturen sollten der strukturschwachen Region Waldviertel neue Impulse geben. Durch die Gründung des Waldviertler Sonderkulturvereins Anfang der 80er Jahre konnten viele Visionen realisiert werden. Durch eine weitgehende Mechanisierung und neue Vermarktungsstrategien werden jährlich wieder hunderte Hektare Mohn angebaut.
In der EU können landwirtschaftliche Erzeugnisse, deren Qualität oder Eigenschaften in engem Zusammenhang mit einer bestimmten Region stehen, besonders gekennzeichnet werden. Waldviertler Graumohn trägt die Bezeichnung „geschützte Ursprungsbezeichnung". Damit wird EU-weit deklariert, dass die Qualität des Waldviertler Graumohns in hohem Maße von den klimatischen, geologischen und kulturellen Besonderheiten seiner Anbauregion, dem Waldviertel, abhängt.
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