Margit Bräuer: Der Kreml, Doktor Schiwago und ich


Margit Bräuer: Der Kreml, Doktor Schiwago und ich

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In literarischer Mission zwischen Berlin und Moskau

Auf ihrem west-östlichen Diwan in Berlin singt der exotische Romancier aus dem fernen Alma-Ata ein Goethe-Gedicht auf Kasachisch, und Wassili Axjonow bestaunt mit fast übermütiger Freude die westdeutsche Ausgabe seines Romans „Fahrkarte zu den Sternen“, der hier, im diesseitigen Deutschland, doch nicht erscheinen durfte. Prominente Autoren aus Moskau und Leningrad, aus Vilnius, Riga oder Tallinn genießen die Gastfreundschaft von Margit Bräuer. Beim Gegenbesuch in Moskau taucht sie in die pulsierende Dichter-Szene ein, lernt die Halbgötter des poetischen Wortes persönlich kennen und atmet in der Datsche von Boris Pasternak den Geist des Poeta laureatus. Und der „König von Moskau“, Jewgeni Jewtuschenko, serviert ihr über den Dächern der kuppelngeschmückten Metropole nicht nur einen selbstgebrauten Spezialtrunk, sondern prophezeit ihr auch die Wiedervereinigung Deutschlands – ganze acht Jahre vor dem historischen Sieg der friedlichen Revolution.
Obwohl das Erscheinen jedes einzelnen Buches das Herz höher schlagen lässt, zählen die Begegnungen mit deren Schöpfern doch zu den Sternstunden im ganz und gar nicht beschaulichen Dasein eines Verlagslektors, in einem Land, in dem die schöne Literatur nicht nur mit ästhetischen Maßstäben gemessen wurde, und zu einer Zeit, als der Wechsel von kulturellen „Tauwetter“- und „Eiszeit-Perioden“ keineswegs der Vergangenheit angehörte.


Margit Bräuer ist promovierte Slawistin, Verlagslektorin, Übersetzerin, Herausgeberin und Redakteurin. Im Aufbau-Verlag, einem der renommiertesten Editionshäuser Berlins und dem ehemals größten Belletristik-Verlag der DDR, leitete sie fast 30 Jahre das Lektorat Slawistik. Unter ihrer Ägide entstanden die exzellenten Werkausgaben der russischen Klassiker – von Puschkin über Gogol und Turgenjew bis Dostojewski, Tolstoi, Tschechow und Gorki. Die Entdeckung und kontinuierliche Edition zeitgenössischer osteuropäischer Autoren bescherte ihr die Bekanntschaft mit namhaften Schriftstellern, Dichtern und Liedermachern. Sie schrieb Vor- und Nachworte, Essays und Rezensionen, übertrug aber auch selbst Prosa aus dem Russischen, so etwa Dostojewskis unvergänglichen Roman „Schuld und Sühne“ – zusammen mit ihrem Ehemann, dem Germanisten und Romanisten Prof. Dr. Rolf Bräuer. Unter den über 30 von ihr herausgegebenen Anthologien und Sammelbänden gebührt den lange verbotenen Gedichten des legendären Liedermachers Wladimir Wyssozki ein besonderer Rang.

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