Jochen Trebesch: Essays zur Literatur IV


Jochen Trebesch: Essays zur Literatur IV

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"Erhabener Vizekonsul ..."

Diplomaten im Spiegel der Literatur

 

Sergej Viktorowitsch Lawrow, der aus dem russischen auswärtigen Dienst zum Außenminister aufstieg und sich noch immer als Diplomat fühlt – »die Politik überlasse ich dem Präsidenten« –, schreibt Gedichte. Sein zeitweiliger Gegenspieler, der letzte Secretary of State des amerikanischen Präsidenten Barack H. Obama, John F. Kerry, ließ sich in seinem Amt von den Theaterstücken William Shakespeares, insbesondere von dessen Komödien inspirieren. Während der langjährigen Verhandlungen über das Atomabkommen zitierte der iranische Außenminister und Chefunterhändler Mohammed Dschawad Sarif in seinen Ansprachen gern den persischen Nationalepiker Abū ʾl-Qāsim Firdausī. Dominique de Villepin, der die Leitung des Quai d’Orsay bereits während der Attachéausbildung im Auge hatte und inzwischen Vorsitzender des Conseil d’État ist, verfasst Romane und Essays. Es gibt einen neuen Trend interdisziplinärer kulturwissenschaftlicher Forschung, der sich mit dem Einfluss der Literatur, vor allem des Theaters und der Poesie auf die Gestaltung der internationalen Beziehungen in der frühen Neuzeit, umgekehrt aber auch mit der Diplomatie als zeitgenössischem literarischen Thema auseinandersetzt.

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