Wie das Wetter im April -


Wie das Wetter im April -

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… meine kleine Tochter Lilli wirkte eigenartig und unbeholfen, … fühlte sich nur in ihrer vertrauten Umgebung wohl … Veränderungen? … sich daran zu gewöhnen bzw. auch neue Freundschaften zu schließen fiel ihr schwer, war fast unmöglich. Bei einem Rollenspiel im Kindergarten übernahm sie die Rolle der Katze, spielte sie perfekt und wurde gelobt. 
Später in der Grundschule spielte sie diese Rolle immer noch … die „Katze“ … war sich stets sicher in dem was sie tat … „Lilli“ wollte wieder gelobt werden ... Anerkennung finden. Anschluss an ihre Mitschüler fand sie jedoch nicht, … sie blieb „anders“ … in der Grundschule veränderte sich durch meine Festanstellung ihr Alltag dramatisch. Die Zusammenarbeit mit ihrer Lehrerin funktionierte nicht. Mit ca. sieben Jahren hatte sich zu viel Aggression in dem Kind aufgestaut. Lilli wurde zur gefürchteten Katze. In jeder Stunde, in jeder Pause spielte sie die böse Katze. Lilli pfaucht, Lilli kratzt, Lilli bewegt sich auf allen vieren durch das Schulgebäude. Sie wollte sich wehren … nur gegen wen oder was? Ihre Mitschüler trugen die Geschichte von der „Katze“ mit nach Hause. Jeder kannte dieses Kind. Sie wurde beschimpft und gehänselt. In den Köpfen der Kinder war sie die böse Katze. Ich erfuhr als letztes davon, reagierte aber schnell. Ich suchte mehrfach Hilfe bei Psychologen und Psychiatern, setzte mich täglich mit der Schulpsychologin auseinander, doch nichts führte zum Erfolg. Lilli durchlitt unterdessen Höllenqualen. Deprimiert, hochaggressiv oder nur verängstigt … wie ein verletzter Drache? 
Mit letzter Kraft, der Selbstaufgabe nahe, fand ich endlich einen Psychiater der auch „verstand“ … nach neun Tagen kam die Diagnose: Asperger Autismus. Lilli wurde in sehr kleinen Schritten wieder auf die Beine gestellt, war sogar froh, dass ihr Leiden jetzt einen Namen besaß. Für mich brach hingegen eine Welt zusammen. Alleine gelassen und verbal gesteinigt, dachte ich einen Moment lang sogar an Suizid, da ich den tiefsten Punkt in meinem Leben erreichte, spürte aber: jetzt kann es nur noch nach oben gehen. Autismus ist nicht das Ende. Drachen kann man besiegen.

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