Hobin, Bizen-Stil, Noburo HIRABAYASHI


Hobin, Bizen-Stil, Noburo HIRABAYASHI

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Hobin, Bizen-Stil, Noburo HIRABAYASHI
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ca.280ml

Kyusu No.1, Hirabayashi, Bizen-StilNOBORU GAMA (Noboru Ofen) Noboru Hirabayashi's Tonwerke


"In Azumino in der Präfektur Nagano,
auf den östlichen Hängen der japanischen Nord-Alpen,
wo die Sonne prächtig aufgeht,
habe ich einen Tunnelofen errichtet.

Als Brennstoff nutze ich Holz der japanischen Rotkiefer
und bewache das Feuer acht Tage und acht Nächte lang.
So stelle ich meine Tonwerke her.

Auf das Werk streue ich natürliche Kiefernasche,
und schaffe so Landschaften als charakteristische Besonderheit.

Je mehr sie das Gefäß verwenden,
desto mehr erschließt sich Ihnen sein Charakter,
und Sie erleben, wie es sich verändert.
Wenn Sie es lange und mit Liebe nutzen,
wird es mir eine ganz besondere Freude sein."
Noburo Hirabayashi´s Worte.

Hirabayashi Anagama, Ofenansicht Eine Kyusu wird für viele Japan-Tee-Trinker kein unbekanntes Etwas sein, ein(e) Hobin eventuell schon eher. Alles, was eine Tülle hat, ist dann zwar eine Teekanne bzw. Kyusu, dieser Teekannentyp hat aber keinen Griff und wird praktischerweise einhändig gegriffen, Daumen und Mittelfinger liegen seitlich an einer extra vorgesehenden Stelle, der Zeigefinger sichert den Deckel auf dem Knauf liegend - das heißt, es ginge im Grunde auch mit Links. Diese Etwas wird auch Hobin gennant. Mal wird der Tee mittels Rillen vor der Tüllenlippe, dann per oben gelegender Segmentsiebung filtriert - siehe auch die Gießerkanne von Herrn Novak! - hier bei der Hobin von Herrn Hirabayashi ist die Siebung innerhalb der Kanne, im Korpus beim Übergang zur Tülle. Diese Dinge sind in der Zubereitung Japanischer Tees ungemein praktisch. Da sie mit einer Hand gegriffen werden, ist vom Konzept her eine Grenze gegeben, wie groß sie sich ausmacht. Denn ab einer gewissen Proportion muss dann doch die zweite Hand zur Hilfe eilen. Und da verliert diese Variante an Bedeutung und Kannen mit Griff, entweder von der Seite oder klassisch chinesisch vom Rücken hinten, übernehmen dann größere Volumina. Dieser Hobin, irgendwie bin ich stets im Widerstreit, es männlich oder weiblich zu definieren, ist recht groß und kommt an die Grenze des Möglichen: es sind mit Sicherheit 280ml, welche das Volumen ausmacht. Abgesehen von meiner gestiegenen Präferenz für diese besondere Keramikherstellung des unglasierten Brennens mit Ascheanflug und die darauf folgende Oberflächengestaltung, ist es die Schlichtheit und Natürlichkeit des gestalterischen Objektes, das eingängig Unkomplizierte überhaupt: man sieht jeden Handgriff des Töpfers im Entstehen der Sache für etwas, den Zweck. Zugegeben ist es nicht elegant, da greife ich zu etwas anderem und im übrigen will es das auch nicht sein. Aber wofür gibt es die Vielfalt: Nicht jeder Ausdruck, nicht jede Charaktereigenschaft muss bedient sein bzw. erfüllt werden! Hier besticht die Fertigung im Sinne der praktischen Nutzung im Alltag, - daß jeder Tag nahezu perfekt zu gelingen habe, hier ist ein guter Begleiter! Acht Tage und Nächte hinterlassen Feuerspuren, hinterlassen eine Aura, die jeder Teemensch sofort wahrnehmen wird, das ist Teekeramik pur.
Die Werke Noburo Hirabayashi´s zeigen ähnliche im Detail jedoch unterschiedlichste Gestaltung der Oberfläche, dafür Position im Ofen, Nähe zum Feuer bzw. Rauch und Asche verantwortlich ist. Bizen-Stil heißt stets glasurloser Brand, der Ascheanflug zaubert ein Farbenspektrum auf den Scherben, das für Wissende unverkennbar ist. Das für mich Spektakuläre ist, all das wir sehen, steckt im Ton, im Werk verborgen. Feuerzungen, Asche, leichte Temperaturschwankungen in der Atmosphäre des Ofens gebären jene Vielfalt und jedes Stück zeigt einen einzigartigen Charakter. Die Textur der Oberfläche ist feinrauh, mal auch etwas gröber und meine Hände schmiegen sich gern um diesen Körper. Der Geschmack des Tees - ich sage dies immer wieder ist unverfälscht, ist ehrlich. So eine Begegnung ist mir lieber, nichts Vorgemachtes, keine Ablenkung, ungeschminkt, fundamental. Der, die, das Hobin, welches abgebildet ist, dies ist eines von aktuell 12 zur Zeit lieferbaren. Ein jedes Stück ist für sich genommen ein Unikat und deshalb nehme ich mir auch die Mühe Ihnen die jeweilige Variation im Kontextmenü zu präsentieren - bitte werfen Sie einen Blick in die Auswahl!
Irgendwie braucht es noch einige Worte zu Klärung von Begrifflichkeiten, mit denen ich so um mich werfe, die im Kontext Japanischer Keramikkunst oft fallen. BIZEN - YAKISHIME , Noburo Hirabayashi, geboren 1963, lebt und arbeitet in Nagano, Zentral-Japan, ist nach fertiger Ausbildung seit der Jahrtausendwende mit etlichen Ausstellungen zum vorbildlichen Streiter seiner Kunst und zum Nachfolger in der Geschichte Japanischer Bizen-Keramik, diese ihre Ursprünge im 12.Jhd. hat. Bizen meint unglasierte Steinzeugkeramik üblicherweise befeuert mit Rotkiefer. Lange Brenndauern und Ascheanflug, welcher auf der Oberfläche auch verglast zaubert Landschaften, welche wie aus dem Meer geborgende Fundstücke erscheinen. Bizen ist dann natürlich eine Region, Ort, ein spezifischer Ton. Yakishime vereint Brennstil, Gestaltung, Ton und hier finden sich neben Bizen, Iga, Shigaraki, Tokoname, Echizen und Tamba - die 6 alten Keramiköfen Japans. Bestimmte Ofentypen werden hierbei verwendet: Anagama, Ein-Kammer-Tunnelöfen und Nobirigama, Mehrkammer-Öfen. Hier kommen durchschnittliche Temperaturen von °C 1350 zum Einsatz, mitunter erreicht man auch °C 1500. Yakishime sucht den Ton möglichst von allen Unreinheiten zu befreien, doch werden manchmal mit Absicht kleine Steine darin belassen, welche im Feuerinferno des Ofens die Keramikoberfläche spektakulär gestalterisch durchbrechen können - betrachten Sie hier beispielsweise die kleine Ido-Chawan von Alexandre Leroux. Exemplarisch für die Ergebnis ist eine lange Brenndauer und lang meint auch ein Brand von bis zu 60 Tagen! Die Brenndauer der Werke von Noburo Hirabayashi beträgt 8 Tage und Nächte, sein Ofen ist ein Anagama Tunnelofen. Nochmals, charakteristisch für die Bizen-Technik ist das Fehlen einer Glasur, die Keramiken werden mit einer Oxidationsflamme hartgebrannt. Während des Brennvorgangs erfolgt eine yôhen genannte Farbveränderung, die den typischen, besonders starken rötlichen Ton hervorbringt. Jedes entstehende Muster ist dabei völlig einzigartig. Heute werden auf diese Weise oft Teegeschirr, Sake-Gefäße und Teller hergestellt. Man sagt, dass „je öfter ein Gefäß verwendet wird, sich einem dessen Wesen umso besser erschließt“. Obwohl die Stücke ohne bunte Pracht gestaltet sind, offenbart sich dem Betrachter eine innere Schönheit von urtümlicher Quelle und das stets immer wieder neu. Der spezielle Reiz der Bizen-Keramik liegt in ihrer kastanienbraunen Oberfläche, die beim Brennen entsteht. Bizen-Ton wird „hiyose“ genannt und teilweise aus über fünf Meter Tiefe aus dem Boden der Reisfelder gewonnen. Anschließend mischt man ihn mit Berg- und Schwarzerde, diese drei Erdsorten bilden mit ihrem Eisenanteil das Ausgangsmaterial für die Bizen-Töpferei. Deutliche Unterschiede in ihren Zusammensetzungen, ihren Ruhezeiten sowie der Herkunftsorten erfordern Geschicklichkeit und Erfahrung in der Verarbeitung. Von Kaneshige Tôyô, einem der Großmeister der Bizen-Keramik, wurde beispielsweise gesagt, dass er zehn Jahre lang gelagerten Ton verwendete.

 

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