Tattoo - Technik

Tattoo Technik

Tattoo Technik

Das Tätowieren besteht grundsätzlich aus einer Punktierung der Haut, wobei gleichzeitig mit dem Durchstechen ein Farbmittel in die Haut eingebracht wird. 

Dabei ist wichtig dass der Stich nicht zu oberflächlich oder zu tief gemacht wird. Im ersten Fall würde 
das eingelagerte Farbmittel lediglich in die Zelllagen der Epidermis eingebracht werden, dies hätte zur Folge dass bei der fortwährenden Erneuerung dieser Hautschicht ein Abwachsen und eine Abstoßung der Farbmittelteilchen nach außen gleichzeitig mit der Epidermiszelllagen erfolgen würde. Im zweiten Fall, wenn also zu tief gestochen wird kommt es durch die auftretenden Blutungen zum Auswaschen der Farbmittel. Dauerhaft haltbar sind diejenigen Farbmittel, die in der mittleren Hautschicht (Dermis) und zwar im Zelltyp der Fibroblasten eingelagert sind.
Im Westen häufigste Methode ist das Arbeiten mit der elektrischen Tätowiermaschine. 
Hier wird z.B. mit Hilfe zweier Spulen ein Magnetfeld erzeugt, das eine Anzahl feiner, an einer Stange gelöteten Nadeln schnell vor- und rückwärts bewegt. Eine weitere Maschine arbeitet mit einem Elektromotor, der über einen Exzenter  die Auf- und Abwärtsbewegungen erzeugt. Diese wurde von 
1970 bis 1978 von den Tätowieren Horst Heinrich Streckenbach und Manfred Kohrs (Hannover) entwickelt und gebaut.
Die Streckenbach/Kohrs-Tätowiermaschine mit Rotationsantrieb. Die Geschwindigkeit ist abhängig von der Tätowiermaschine, der Technik und dem gewünschtem Effekt, z. B. Linien oder Schattierungen, liegt aber zwischen ca. 800 bis 7.500 Bewegungen pro Minute. 
Die Tinte hält sich dank einer Kapillarwirkung zwischen den Nadeln und wird durch die Schnelligkeit der Bewegung ähnlich leicht in die Haut gebracht wie beim Zeichnen mit einem Stift auf Papier. 
Die Haut wird mit der einen Hand unter Spannung gehalten, die andere Hand bringt das Bild ein. 
Hierbei wird zunächst – zumeist mit schwarzer Farbe – die Kontur erstellt sowie – insoweit erforderlich –  die Schattenwirkung eingebracht; anschließend werden die entsprechenden Flächen farblich aufgefüllt. 
Die Wahl der verwendeten Nadelmengen- und Stärken richtet sich nach dem Motiv und der angewandten Technik.
Eine weitere Möglichkeit ist das Einschneiden der Haut und ein Einreiben der Wunde mit Tinte, 
Asche oder sonstigen farbgebenden Stoffen (sogenanntes Ink-Rubbing), oder das tätowieren mit Nadel und Faden, bei dem eine mit Faden umwickelte Nadel in Tinte oder Tusche getaucht und dann in die Haut gestochen wird. 
Österreichische Soldaten tätowierten sich im 19. Jahrhundert mit Einschnitten von "Namens-Chiffren" 
oder Kreuzzeichen das Färbemittel war Schießpulver.
Bei den Völkern Polynesiens war ein Tätowierkamm gebräuchlich, der aus verschiedenen Pflanzenteilen oder Knochen hergestellt wurde und an einem langen Stab befestigt war. Die Spitzen des Kammes wurden durch rhythmisches Schlagen auf den Griff in die Haut getrieben, wo sie eine Tinte aus Wasser und Asche oder verbrannten Nüssen einbrachten.
Diese Kämme gab es in unterschiedlichen Breiten sie hinterließen aber nur Linien keine Punkte. 
Die Irezumi genannten traditionellen japanischen Tätowierungen werden auch heute noch häufig manuell gefertigt. Hierzu dienen Nadeln, die, wie bei einem Pinsel, an langen Bambusgriffen befestigt sind, obwohl sich westliche Tätowiermaschinen auch in Japan sich großer Beliebtheit erfreuen. 
Diese Technik erfordert sehr viel Übung, erlaubt aber dem Meister durch Variation in der Tiefe des Stiches Tätowierungen mit großer Präzision und Kontrolle herzustellen.
Die Inuit zogen mit Farbe getränkte Fäden oder Sehnen unter der Haut hindurch, um eine dauerhafte Zeichnung zu erhalten.