Drucken

Qualitäten des Porzellan

Die Qualitäten von Porzellan

 

 

Unter Qualitätseinstufung von Porzellan versteht man die Sortierkriterien, nach denen die Artikel für den Verkauf zusammen gestellt werden. Auf unseren Seiten der Porzellankunde (Porzellanarten/Rohstoffe/Herstellung/Brand) konnten Sie sich davon überzeugen, dass Porzellan, egal welcher Herkunft, ähnlichen - wenn nicht fast gleichen Produktionsprozessen unterliegt. Erst die Sortierung schafft das wirkliche, fehlerfreie Qualitätsporzellan. Doch Beurteilung und Wahrnehmung von Qualitäten sind sehr individuell und unterschiedlich auslegbar.

 

Die meisten Hersteller verwenden eigene Qualitätsklassen (z.B. I., II., III., und IV. Wahl), deren Verständlichkeit oft nur "Insidern" vorbehalten ist. Entscheidend ist, ob und wie viel Anteile in welchem Verhältnis fehlerhafte Artikel der I. Wahl beigemischt werden. Die gängigen Gruppierungen finden Sie auf diese Seite. Hinter der Ofentür ist jedes Porzellan gleich! Egal ob mit, ohne, mit grüner oder blauer Bodenmarke, mit Wappen, Ornament, Schwertern oder Zepter, sie alle bestehen aus irdenen Rohstoffen und haben einen Hartbrand von mehr als 1.300 ° C hinter sich. So sieht das Porzellan aus, nachdem es vom Ofenwagon abgestapelt wurde. Erst der scharfe Blick und die geübte Hand der Kontrolleure schaffen die Unterscheidung in der Qualität.

 

Porzellankunde-31-RooK

 

 

Porzellan Nachbearbeitung

 

Bevor wir Sie in die Qualitätseinstufung von Porzellan einführen, dürfen wir Sie kurz mit der Nachbearbeitung von Porzellan vertraut machen. Die Nachbearbeitung ist ein wichtiger Bestandteil der endgültigen Qualität des Porzellan! Aus unserer Warenkunde (Glasuren) haben Sie erfahren, dass echtes Hartporzellan die Mohssche Härte 8 besitzt. Damit ist es resistenter als Stahl! Nach dem Hartbrand sind die Standflächen des Porzellan noch uneben und rau. Kleinere Ablagerungen (Brennrückstände), die sich während des Hartbrandes mit den Stellflächen des Porzellan verbunden haben, müssen nachbearbeitet und entfernt werden.  In konventionellen Fabriken erfolgt dies mit Schleifscheiben, Schleifbändern oder flexiblen Wellen, moderne Anlagen arbeiten mit Schleifautomaten. Aufgrund der Härte von Porzellan ist das Nachschleifen ein verhältnismäßig teurer Prozess, da nur hochwertige Schleifmaterialen (z.B. Diamantbänder) genutzt werden können.

Holst Porzellan lässt den Großteil ihrer Ware noch per Hand (Stand 12/2013) schleifen. Zum einen, um die hohen Investitionskosten für aufwendige Anlagen zu sparen und zum anderen, weil große Automatenstraßen nur bei wirklich großen Auflagen rentabel arbeiten können. Kleinere, vertretbare Fehler auf der Oberseite des Porzellan geben wir an Veredler weiter, also in die Dekor-Fertigung. Mit einem schicken, kräftigen Dekor fallen viele Kleinigkeiten kaum auf.

 

 

Die Güteklasseneinteilung des Verband der Keramischen Industrie

 

1. Ätzkanten und Kobaltdekore, Goldreliefverzierungen, feine Handmalereien werden auf Geschirren bester Sortierung dekoriert (I/II. Wahl). Eine I. Wahl allein wird nicht sortiert, da hierfür ein sehr hoher Sortierungszuschlag berechnet werden müsste. - Bei Elfenbein und andersfarbigen Porzellanen sind die Farbunterschiede auf ein Mindestmaß beschränkt.

2.Die Sortierung für hochwertige Goldband-, Goldband mit Überdruck- und ähnliche Dekore kann Werkstücke mit geringen Unvollkommenheiten, wie kleine Punkte, unscheinbare Unebenheiten und leichte Schleifstellen, ent­halten. - Elfenbein und andersfarbige Porzellane haben kleine Farbunterschiede.

3.Kantendekore, einfarbig und bunt, auch mit Goldrand, sowie einfache Goldbanddekore werden auf gemischter Sortierung (I./IV. Wahl) dekoriert, Geschirre mit kleinen Fehlern (leicht verzogene Teller, kleine Punkte, Schleifstellen) werden sortiert. - Elfenbein und andersfarbige Porzellane haben kleine Farbunterschiede.

4.Zweigdekore und Streublumen sind die normalen Dekorationen für Geschirre sogenannter IV. Wahl. Bei dieser Sortierung sind mehr ins Auge fallende Fehler vorhanden; teilweise werden diese durch die Dekoration verdeckt. - Bei Elfenbein und andersfarbigen Porzellanen sind Farbunterschiede unvermeidlich.

5.Sogenannte Stapelgeschirre, wie nicht im Rahmen einer Serie angebotene einzelne Tassen, Teller, Trinkbecher und ähnliches, werden verschiedentlich auch in »Ofensortierung« angeboten; die Ware kommt unsortiert auf den Markt, also reguläre Ware einschließlich Fehlware.

6.Undekoriertes Porzellan wird im allgemeinen in der handelsüblichen Sortierung I/IV. Wahl geliefert. - Geringe Fehler, wie kleine Punkte, Unebenheiten und leichte Schleifstellen, sind in dieser Sortierung 111V. Wahl mit enthalten. - Elfenbein und andersfarbige Porzellane haben kleine Farbunterschiede.

Für eine besonders ausgewählte gute Sortierung undekoriertes Porzellan - bezeichnet als I/III. Wahl - müssen wesentlich höhere Preise berechnet werden. - Elfenbein und andersfarbige Porzellane haben kleine Farbunterschiede.

 

 

 

 

Die Entwicklung der Qualitätseinstufungen - ein Blick zurück 
 

Aus der  Geschichte des Porzellan haben Sie erfahren, dass vor allem Europäisches Porzellan ein auf der Grundlage konkurrierender Adelsgeschlechter entstandener Werkstoff ist und ein Symbol für Reichtum, Stärke und Macht darstellte. Dem gemeinen Volk war Porzellan nicht zugänglich. Reichhaltige Dekore, Gold, Kobald und aufwendige Malereien zierten das edle, blaublütige Geschirr. Die wohl größe und wertvollste Samlung royalen Porzellan, ist auf Schloss Windsor in England zu besichtigen, die u.a. dieses Fürstenberg Porzellan von 1773 als Geschenk Frederick von Brunswick an seinen Schwager König George III. zeigt. 

(königliches Fürstenberg Porzellan von 1773)

 


Mehr als 500 Service und 20.000 Einzelstücke dieser Sammlung dokumentieren die Entwicklung des Porzellan in eindrucksvoller Weise und tragen die Künste und Schätze aller Kontinente zusammen. Doch ein genauer Blick durch die Panzerglasvitrinen lässt den anspruchsvollen Porzelliner erstarren; alle diese kaum erschwinglichen Porzellanteile tragen Merkmale, die heute eine totale Unverkäuflichkeit darstellen: Nadelstiche, Brandflecken, Deformationen und quasi die ganze Latte aller möglichen Fehler im Porzellan, die man sich nur vorstellen kann.

 

Man mag sich streiten, was letztlich den Zugang des Porzellan für das breite Volk ermöglichte. War es Philip Rosenthal I., der bereits 1882 auf Schloss Erkersreuth mit einer Art "Massenfertigung" von Dekorware begann, oder der 1948 in Kraft getretene Marshallplan der Amerikaner, die dem fränkischen Grenzland so den Start in eine industriel gefertigte Ware überhaupt erst ermöglichte. 


Egal was ursächlich war, die Deutsche Porzellanindustrie begann 1953 ihre Blüte! Die kobaldblauen Bodenmarken mit Hakenkreuz & Co. waren längst vergessen und wurden durch die Bezeichnung "Bavaria Germany" zum anerkannten Subventionsgut amerikanischer Aufbauhilfen. Der Devisor dieser Wirtschaftsförderung war klein und übersichtlich, die Familien teilweise über Kreuz miteinander verwandt und verschwägert. Die Märkte waren aufgeteilt und die Preisstellung abgesprochen. Bavaria Germany wuchs zum Qualitätssymbol für Porzellan und widerlegte die Aussage des Franz Reuleaux anläßlich der Weltausstellung 1876 in Philadelphia, "...Deutsche Waren sind billig und schlecht...".


Bis in die 90er Jahre waren die Hersteller nach "Skalen" gegliedert, die dem Fachmann Aufschluss über das Qualitätsniveau der Produktion gegeben haben (von A bis C, aufsteigend). Den Warenhäusern und Verbrauchermärkten war das "Billiggeschirr" der Skala A vorbehalten und nur edle Fachhändler durften die Skala C verkaufen. Dass damals schon "C" für "A" produziert hat und was hinter den Kulissen sonst noch gemogelt und geschoben wurde, soll hier nicht weiter erläutert, aber als Beispiel einer nebulösen Qualitätsdeklaration deutlich hervorgehoben werden.


Einer der bedeutenden Urväter dieses "know-how-Transfer" (Neudeutsch: Outsourcing) war wohl Philip Rosenthal I., als er 1922 erstmalig "Original Rosenthal Geschirre" in den Krister Porzellanwerken in Schlesien anfertigen ließ. Hutschenreuther, Winterling, Seltmann und viele weitere Porzellanmarken folgten diesem Beispiel mit großem Erfolg.  


Heute haben wir Internet, Markttransparenz und eine spürbar geringere Nachfrage. Konnten deutsche Porzellanfabriken noch vor 30 Jahren fehlerhaftes Porzellan (2. Wahl) in sogenannte "Überdruckmärkte" zu erträglichen Preisen exportieren, sind diese Kanäle heute zu. Länder wie die Italien, Spanien, Türkei, Tunesien, Brasilien, der Irak oder Ägypten haben inzwischen eigene Porzellanfabriken - mit deutscher Technologie - und stehen als Ausgleichsmärkte nicht mehr zur Verfügung. Das Skala A Segment war längst schon von Rumänien, Polen, Portugal und China übernommen. Deutsche Porzellanmarken mussten nun somit einen Abfluss fehlerhafter Ware in ihren heimischen Märkten ermöglichen. Die Geburtsstunde der "Handelsüblichen Sortierung". 


Die Qualitätseinstufungen "Mischsortierung" / "handelsübliche Sortierung" / "commercial choice" (u.v.a.) ermöglichen dem Produzenten die Beigabe fehlerhafter Ware. Dies geschieht nicht zum Nachteil der Abnehmer, da diese Qualitätssortierung i.d.R. erheblich günstiger ist, als die ausgelobte I. Wahl. Die Qualitätsselektion (Qualitätssortierung) wird damit preisvergütend an den Abnehmer übertragen.  


Wir behaupten, dass eine "Mischsortierung" eines deutschen Herstellers i.d.R. besser ausfällt, als die einer rumänischen, polnischen oder chinesischen Fabrik. Das liegt vor allem an der hohen Technisierung im deutschen Fertigungsstandard. Die Mischsortierung einer Fabrik mit traditionellem Fertigungsstandard weist definitiv höhere Toleranzwerte auf, als vollmaschinell hergestellte Ware. 


Deshalb sollte jeder Verbraucher "vernünftige" Preiserwartungen stellen. Es sollte selbstredend sein, dass einer Teller für 1 Euro ein anderes Qualitätsprofil aufweist, als ein Teller für 10 Euro.

 

 

Gesetzliche Qualitätsnormen von Porzellan

 

Erst die EU-Lebensmittelbedarfsgegenständeverordnung hat "Porzellan" erstmalig am 12.09.2011 aus einem gänzlich rechtsfreien Raum herausgehoben und bestimmte Standards auferlegt. Dies aber nur in Punkto "Eignung, um mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen". Selbst den Rechtsexperten der Europäischen Union - die inzwischen sogar den Christlichen Weihnachtsstern mit einer Norm versehen konnten - ist es bislang (Stand 12/2014) nicht gelungen, für die Qualitätsbezeichnungen von Porzellan eine einheitliche Normen zu schaffen.

 

Somit entscheidet quasi jede Fabrik für sich, welche Kriterien für die jeweilge Klassifizierungen angewendet werden. Die einzig uns bekannte DIN-Norm (DIN 66072) regelt lediglich die Toleranzen für Stapelgeschirr. Es empfielt sich daher, Käufer- bzw. kundenseitig besondere Anforderungen (z.B. exkate Größe, Gewicht, Wandung) an die Ware genau zu definieren, denn Porzellan unterliegt grundsätzlich relativ hohen Toleranzen.

 

Fragen Sie gezielt nach den Sortierkriterien einer Porzellanmarke! Hersteller wie z.B. Holst Porzellan/Germany haben i.d.R. nachvollziehbare und verständliche Selektionskriterien: http://www.holst-porzellan.de/qualitaet die Ihnen die Beurteilung des Preis-Leistungsverhältnis erleichtern.

 

 

I. Wahl / First Choice

Eine ausgelobte erste Wahl (A-Ware/I. Wahl) ist Porzellan, dass absolut frei von jeglichen Mängeln ist. Doch schon diese Feststellung bedarf einer exakten Definition, denn  die Mängelliste ist sehr lang und unterliegt am Ende den Gebrauchsansprüchen des jeweilgen Anwenders.Doch ausgelobte I. Wahl sollte von Hand, teilweise unter Mithilfe von technischen und optischen Geräten, auf Fehlerlosigkeit genauestens kontrolliert sein.Da in der Warenkontrolle sowohl Verformungen, Anordnung von Schnaupen und Henkeln, als auch Glasuren, Oberflächen, Stellringe und Borde einzeln geprüft werden müssen, ist dieses Verfahren sehr teuer und aufwendig.

Je nach Marken- oder Produktanspruch kann die Kontrolle eines einzelnen Artikels sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, so dass es Endkontrollen gibt, die pro Mann & Schicht nur 150 Teile und weniger abwickeln können. Da die I. Wahl kaum noch vom Verbraucher "bezahlt" werden will, schwindet der Marktanteil dieser Sortierung seit Jahren stark. Bei Hotelporzellan findet man I. Wahl so gut wie gar nicht mehr im Markt. Dennoch behaupten gerade kroatische, türkische, oder italienische Fabriken, sie würden ihre Artikel nur in "erster Wahl" liefern! Dies ist aus unserer Sicht - oder nach deutschen Kriterien - ziemlich Unverständlich, denn die Teile an sich sind meist dickwandig und grob gefertigt. Die Glasuren weisen kleine Nadelstiche auf, die Stellringe sind nicht poliert und der "Glanz der Ware" ist einfach nicht so, wie bei einem deutschen Markengeschirr.

Eine uralte Regel lautet übrigens, "die erste Wahl bezahlt grundsätzlich die zweite Wahl"!

 

 

Mischsortierung / Handelsübliche Sortierung / Commercial Choice

 

Hierbei handelt es sich um die gängigste aller Sortierungen (Stand 01/2015). Wie der Begriff schon ausdrückt, ist die Qualität der Ware "gemischt" - der guten Ware liegt also nicht so gute Ware bei! Die Zusammensetzung von "gut" und "nicht gut" wird von Fabrik zu Fabrik unterschiedlicher gehandhabt. Bis heute ist diese Bezeichnung weder genormt, noch 100%ig nachvollziehbar. 

 
 
Ebenso verschieden sind die Preisnachlässe von 1. Wahl zu Mischsortierung. Gerundet kann man sagen, dass der Preisschnitt etwa 15 bis 20% Nachlass ausmacht. Viele Marken erstellen schon gar keine Preislisten für I. Wahl mehr, sondern sind von vorn herein auf Mischsortierung ausgelegt. Bei allen gleich ist, dass die Komposition der Qualitäten gemixt ist, es gibt einen überwiegenden Teil "guter Ware" und eine Beimischung von fehlerhafter Ware. Aufgrund der unterschiedlichen Produktionsmethoden von Porzellan (Drehen, Pressen, Druckpressen, Gießen, und Druckgießen), die abhängig von der Formgebung des Artikels sind, entstehen auch unterschiedliche Fehler in ihrem Grad und in der Wahrnehmung. 

 
 
Einer großen, 3 Liter Terrine verzeiht man eine leichte Verformung eher, als einem Teller, den man zu mehreren Stücken übereinander stapelt. Für den überwiegenden Teil aller Fabriken gilt: Mischsortierung ist die preislich leistungsfähigste Sortierung und eine vernünftige Qualität. In jeder Mischsortierung kommen Fehler im Porzellan vor, die vom Handel und vom Kunden akzeptiert werden müssen. Als Faustregel gilt: Bei genauer Begutachtung der Ware sollte der Anteil fehlerhafter Ware 20% nicht übersteigen.

 

 

 

 

Ofensortierung / run out of the kill

 

Die am einfachsten zu erklärende Sortierung: Es gibt keine! Das, was die Maschinen und der Ofen "ausspucken" wird ungeprüft verpackt und geliefert. Obwohl es die günstigste Qualitätsstufe von Porzellan darstellt - circa 25 bis 30% Nachlass - ist dies je nach Fabrik und Standard ein kostspieliges Wagnis, denn der Hersteller ist bei dieser Selektion frei von jeglicher Gewährleistung. Der Kunde muss die Sendung abnehmen, egal in welchem Maße und zu welchem Anteil Fehler enthalten sind.

 

 

 

 

 Fehlware/B-Grade / 2. Wahl, II.Qualität

 

Das Geschirr weist anerkannte Mängel (Fehler im Porzellanauf. Meist sind Glasuren schadhaft (Verläufe oder Eisenflecke), oder der Scherben zeigt Deformierungen. Wie groß der jeweilige Mangel ist, obliegt dem Betrachter.

In Anbetracht des geringen Preises ist es aber oft lohnend, Fehlware zu kaufen, denn meist verändert der Mangel an sich nicht die Funktion oder die Gebrauchsfähigkeit eines Porzellanartikels. Ein Teller, der auf einem Volksfest für "Bierwürstl" eingesetzt wird muss nicht die Qualität von Manufakturwaren haben!

 

 

Spezialsortierungen

Über diese großen drei Gruppierungen hinaus, kreieren einzelne Hersteller individuelle Bezeichnungen und vermitteln diese an ihre Kunden weiter; so gibt es z.B.

 

-) A bis F (AF)  Sortierung
-) C-Qualität
-) II. bis IV. Wahl
-) Fehlware / C-Qualität.....u.v.m.

Wenn Sie mit solchen Sortierkriterien konfrontiert werden, lassen Sie sich bitte diese erklären. Übrigens: Dieser Dschungel  ist ein rein deutsches Phänomen!

 

 

Gelehrtes Porzellan 

 

 

Eine Lehre ist in der Technik bzw. Verfahren, das für vorher festgelegte Maße und Formen ein Bezugsnormal darstellt. Die Lehre verkörpert dabei die physischen Maße und Formen (Maßverkörperung). Lehren kommen in der Messtechnik, Produktion und Montage zum Einsatz. 

 
 
Lehren wurden geschaffen, um das einfache Überprüfen von Vorgabemaßen zu ermöglichen. Ihre Anwendung birgt im Gegensatz zu Messverfahren kaum Fehlerquellen und liefert eine eindeutige Aussage (Gut oder Ausschuss). Mit Lehren kann nicht, wie oft vermutet, gemessen werden, denn das Prüfen mit einer Lehre ergibt keinen Zahlenwert. Es kann nur den Sollzustand (Lehre) mit dem Ist-Zustand des Prüflings vergleichen werden. Ein Beispiel hierfür ist der auch unter dem Namen „Schieblehre“ bekannte Messschieber, der mittels einer Feststellschraube ein bestimmtes Maß verkörpert und nur dann als Lehre zu bezeichnen ist. Porzellan mit besonderen Verwendungseigenschaften kann das Lehren notwendig machen. Bei Krankenhausgeschirr, welches in starre Tablett- und Clochensysteme eingestellt wird, ist das Lehren der Geschirrteile notwendig. Technisches Porzellan, Mesuren oder absorbierende Porzellankomponenten müssen sich meist ebenfalls einer Porzellanlehre unterziehen. 

 
 
Meist muss das Lehren von Menschenhand vorgenommen werden. Unter Zuhilfenahme von entsprechend geeigneten Prüfgeräten, Schablonen, Eichen u.ä. muss manuell beurteilt werden, ob der Porzellangegenstand den definierten Toleranzgrenzen entspricht und für den zugedachten Einsatz verwendet werden kann. Gelehrtes Porzellan hat alleine schon durch seine Bezeichnung eine zugesicherte Eigenschaft. Zusätzlich zu den bestehenden, Qualität sichernden Maßnahmen können wir nach Kundenwunsch unser Porzellan lehren. Die Mehrpreise dafür finden Sie in der Rubrik "Handsortierungen"