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Dekorationsverfahren

Dekorationsverfahren

 

Unter Dekorationsverfahren verstehen wir von Holst Porzellan die Produktionsmethode, mit der ein Dekor auf die Scherbe aufgebracht wird. Die Dekorart unterscheidet den Ort und den Grad der thermischen Bearbeitung eines Porzellandekors. Folgendende Arten der nachträglichen Bearbeitung (Verschönerung) von Porzellan und keramischen Stoffen beschreiben wir auf dieser Seite

 

 


 

Die Porzellanmalerei
 

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt - so das Motto der Porzellanmalerei! Bevor wir in die branchenbezogene Definition einsteige, hier kurz die Malerei im Allgemeinen erklärt. Die ältesten Zeugnisse der Malerei sind die Höhlenmalereien mit Tierdarstellungen aus der letzten Eiszeit bzw. dem Jungpaläolithikum. Malerei und Zeichnung, aber auch Relief und Plastik sind als künstlerische Ausdrucksformen aus der Zeit von vor 35.000 bis 10.000 Jahren bekannt. Europäische Höhlenmalereien sind vor allem aus Spanien und Frankreich bekannt. Die Wandbilder in der Höhle von Lascaux in Südfrankreich wurden 1940 entdeckt. Die Tiermotive, Rinder, Hirsche und Pferde sind in beeindruckender Weise dargestellt und gehören zu den ältesten bekannten Malereien der Menschheit. Auch aus Afrika, Asien und Australien sind frühe Felsmalereien bekannt. Im Nahen Osten gibt es schon für das Neolithikum zahlreiche Belege für Malerei. Hier ist vor allem das Aufkommen von bemalter Keramik und die Wandmalerei zu nennen. Zahlreiche Reste von Wandmalereien fanden sich in Çatalhöyük (heutige Türkei) und datieren um 6000 v. Chr.
 

Die Begeisterung für die Porzellanmalerei hat wohl Marco Polo mit seinen Schätzen aus dem Fernen China mitgebracht. Schon die alten Dynastien haben ihre Familienchroniken und besondere Anlässe in Porzellanmalereien verewigt. Dabei wurden vor allem leuchtende Farben und echtes Gold verwendet. Je größer und aufwendiger die Dekoration, desto höher war das Ansehen und der Status seines Besitzers. Die Malereien aus der Region um Fushan (Südchina) gehören nicht nur zu den Ältesten, für uns sind es wohl auch die Aufwendigsten und schönsten Dekore, die wir jemals auf Porzellan gesehen haben. Ein Besuch des Nationalmuseums lohnt sich wirklich! Auch in Europa hat die Porzellanmalerei einen hohen Status und einen großen Stellenwert und ist unzertrennlich mit der Geschichte des Porzellan selbst verbunden. Meist sind die Farben der Malereien sehr ausgeprägt und leuchtend, was leider zu Lasten der Spülmaschinenfestigkeit geht. Wir könnten hier die verschiedenen Methoden und künstlerischen Fertigkeiten wiedergeben, würde aber den Sinn dieser Seite verfehlen. Lassen Sie uns das Thema damit abschließen, dass Holst Porzellan als Lieferant von weißem Porzellan eine überaus gefragte und gute Einkaufsquelle für die Porzellanmalerei ist!

 


 

Bänderdekore
 

Gelegentlich sehr beliebt, vor allem bei den zahlungskraftigen Betrieben der Gemeinschaftsverflegung sind farbige Linien und Ränder, sogenannte Bänderdekore. Sie veredeln vor allem Systemgeschirr und Krankenhausporzellan und erscheinen durch die dezenten Farbnuancen etwas frischer und froher, als reines Weissporzellan.

 

Diese Porzellanveredlung findet traditionell auf einer Drehscheibe statt und erfordert im wahrsten Sinne des Wortes ein ruhiges Händchen. Derartige Bänderungen fertigen wir bei Holst Porzellan noch von Hand, weil sich eine industrielle Fertigung angesichts der geringen Nachfrage nicht lohnt!

Deshalb sind wir in Punkto Bänder auch flexibel und schnell! Derartige Veredelungen fertigen wir auf Kundenwunsch schon ab einer Menge von 600 Porzellanteilen je Farbe und Auftrag, bei einer Lieferzeit von circa 4 Wochen! Hier dazu einige Beispiele unserer Fertigung.

 

Hochindustrialisierte Porzellanfabriken verfügen über eine Bändermaschine, die diesen Vorgang automatisch vollzieht. Da die Grundeinrichtung und die Farbzusammenstellung sehr aufwendig ist, lohnt sich eine Bändermaschine nur für wirklich große Auflagen - die heute leider keiner mehr haben will...

 

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Fragen Sie nach Ihrem individuellem Angebot und lassen uns Ihre Wünsche wissen!

 


 

 

Die Tauchglasur (Vollkörperdekoration)

 

 


 

 

Der Direktdruck

 

 

Bei der Auflage großer Mengen dekoriertem Porzellan lohnt sich die Beauftragung einer Fabrik, die über eine "Direktdruck-Übertragsnungs-Maschine" verfügen. Dieses hochtechnisierte Verfahren ersetzt das händische Auftragen von Malereien oder Schiebebildern und erstellt in einem Produktionsgang die Porzellandekoration. 

 

Der wesentliche Unterschied zur konventionellen Dekorherstellung besteht darin, dass ein "Rubber-Punch" (Stempel/blasenartiger Weichkörper aus Spezialkunststoff) die Dekorapplikation von einer mit keramischer Farbe bestrichenen Schablone auftnimmt, um diese dann auf den Porzellankörper zu übertragen. Der Übertragagungsvorgang kann je "Stempel"  immer nur eine Farbe der Dekoration übertragen, wobei er in einem Vorgang die Gesamtstruktur des fertigen Dekors in dieser Coloration dabei vollständig aufträgt. 

 

Die keramische Farbe wird in einem Reservoi kompuniert und mithilfe eines Rakels auf die Platine gestrichen. In der Platine ist der gewünschte Dekor gestanzt. 

 

Wie in unserem Lehrfilm ersichtlich, bedarf es mehreren Stempeln, einen Buntdruck-Dekor anzufertigen. Die Anzahl der Farben ist dabei abhängig von der Ausführung des "Dekor-Roboters". Das Verfahren ist sehr exakt und wird aufgrund der hohen Erstellungskosten für die Dekorschablone nur bei großen Mengen eingesetzt. Bänder- und Farblinien werden dann im Bedarfsfall nachträglich auf einer "Scheibe" aufgebracht, denn solche "Abschlusslinien" an den Rändern des Porzellan kann der Direktdruck nicht und braucht daher sog. "freie Dekorenden".   

 

 

 


 

 

Schiebebilddekoration

 

Der Dekor wird von einer keramischen Druckerei (mit speziellen keramischen Farben) auf ein Trägerpapier gedruckt. Diese Druckbögen sind i.d.R. 70 x 40 cm gross und bieten so Platz für eine ganze Reihe von gleichfarbigen Dekoren. Die einzelnen Dekore werden dann aus den Druckbögen herausgeschnitten um so einzeln, in der eigentlichen Vignettenanfertigung eingesetzt zu werden. Große Dekorauflagen werden in ganzen Stapeln von Dekorbögen ausgesägt. 

 

Diese einzelnen "Papierschnipsel" stellen dann das sog. "Schiebebild" dar, welches dann auf das Porzellan aufgetragen wird. Dabei wird das Schiebebild angefeuchtet und mit einem Schwämmchen möglichst knitterfrei auf das Porzellan aufgestrichen. Das erklärt, warum vor allem bauchige Porzellankörper oder reliefiertes Porzellan nur sehr schwierig mit Dekoren versehen werden können. 

 

 

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