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Geschirr ist...

Geschirr ist nur ein Handwerkszeug der Küche!

 

 

(Bildrechte: Wikipedia)

 

 

Wenn es ein Geheimnis für den Erfolg gibt,

so ist es den Standpunkt des Anderen zu verstehen

und die Dinge mit seinen Augen sehen

 

(Dale Carnegie)

 


 

Schlägt man auf den Internetseiten und Imagebroschüren der bekannten Marken und Manufakturen über Porzellan nach, findet man - wenn überhaupt - nur Informationen über deren Tradition, Kompetenz und Perfektion in Design und Qualität! Die meisten dieser Edelmarken präsentieren voller stolz ihre Gründungsdaten, die oft eher an Renaissance und Rokoko erinnern, als an Pizzateller oder Servierplatten für Rips & Wings. Gerne verzichten diese Marken auch darauf, die Pleiten und Konkurse zu erwähnen, die so manch stolz dargebotener Name im Laufe der Zeit hingelegt hat.

Holst Porzellan hat sich gefragt, "was ist unser Porzellan" und versucht, der Empfehlung eines Dale Carnegie zu folgen! Wir haben die Anwender gefragt, die unser Produkt bereits im Einsatz haben: Was ist unser Geschirr, was muss es können und wie muss es sein? Die Antworten haben uns veranlasst, unsere Warenkunde des Porzellan um diese Seite zu ergänzen und die Erkenntnisse aus diesen Befragungen zu formulieren. Deshalb beginnen wir unsere Warenkunde nicht mehr mit der Definition "aus was" ist Porzellan, sondern erklären "für was" machen wir "unser Geschirr!" 

 

 

Geschichtlicher Rückblick

Die Herstellung von tonhaltigen Gefäßen zur Vorratshaltung legte in der Geschichte des Menschen einen bedeutenden Meilenstein! Das Ende der Mittelsteinzeit bezeichnete die Domestizierung von Tieren und Pflanzen und legte den Grundstein für Viehhaltung und Ackerbau. Doch erst circa 4.000 Jahre vor Christi - in der Jungsteinzeit (Neolithikum) - bildete die Töpferkunst (Bandkeramik/Schnurkeramik) eine der wesentlichen Voraussetzungen für die sesshafte Ansiedlung des Menschen in Nord- und Mitteleuropa: Man war in Lage, Nahrung zu horten. In der weiteren Entwicklung der Menschheit wurden die Gefäße, ähnlich den Höhlenmalerein bis 2.500 v. Chr., aufwendig verziert. In Mitteleuropa machten sich die Stämme meist unter keltischer Herrschaft auf den Weg in die Bronze- und Eisenzeit. In den Südprovinzen Chinas und heutigen Nordprovinzen Vietnams beherrschte man bereits die hohe Kunst des Hochbrand, eine Vorstufe der Porzellanherstellung. Was die Verbindung von Mensch und Geschirr angeht, ist der geschichtliche Wettlauf um die Porzellanherstellung relativ egal! Mensch, Nahrung und Geschirr stellen eine unmittelbare Verbindung, die zumindest seit 2.500 v Chr. großen Einfluß auf die menschliche Evolution genommen hat!  

  

Toepferei

 

Während die Mehrheit aller Porzelliner die Entstehung des Porzellans auf Johann Friedrich Böttger aus Meissen zurückführen, entstand nach unserer Auffassung die Begehrlichkeit für Geschirr am Herd! Die Kunst des Kochs, aus Lebensmitteln, Zutaten und Gewürzen durch Verbindung und Zubereitung schmackhafte und gesunde Speisen herzustellen, hatte bereits in der Antike einen hohen Stand erreicht. Häufig arbeiteten schon damals Köche und Ärzte zusammen, um besondere Gerichte für viele Arten unterschiedlicher Leiden herzustellen. Die Kochkunst kam aus den asiatischen Ländern in die griechische Antike und erst durch die kaiserlichen Expansionskriege um 20 v. Chr. nach Italien. Dort wurden unter den römischen Kaisern Augustus und Tiberius die ersten Schulen der Kochkunst betrieben. Im antiken Rom waren die Köche meistens in Kriegsgefangenschaft verschleppte Sklaven. Köche waren beliebt und teuer und für gute Köche zahlte man äußerst hohe Preise.

 

(Bildrechte: Wikipedia)

 

Im Mittelalter wurde die Kunst der guten Küche besonders von Adelshäusern und Klöstern gepflegt und weiterentwickelt. Durch den Reisebericht Il Milione Rustichello da Pisa aus dem Jahre 1299, der in altfranzösischer Sprache die Erlebnisse des Marco Polo von seiner ersten Chinareise erzählt, erfuhr die europäische Aristokratie erstmals von (chinesischem) Porzellan, das Marco Polo als Gegenstände aus einem weißen edlen Material beschreibt, das die Chinesen als Tafelgeschirr nutzten. Die neuzeitliche Kochkunst stammt überwiegend aus Italien, begründete sich Ende des 16. Jahrhundert und wurde von dort aus durch Katharina von Medici nach Frankreich eingeführt, die bei ihrer Hochzeit mit Heinrich ihre eigenen Köche nach Frankreich mitnahm. Am Hofe von Ludwig XIV. (1683-1715) erreichte die französische Küche ihre erste Blüte. Marco Polo und weitere Entdecker hatten inzwischen Porzellan aus China als Symbol für Reichtum und Kultur bei Hofe eingeführt. Es wurde als Zeichen besonderer Wertschätzung und nur bei ganz besonderen Anlässen der Gastfreundsschaft gereicht.  

 

Brennofen_1.500_n.Chr

(Porzellanofen Südchina; ca. 1200 n Chr.)

 

 

Küche & Porzellan

Für das Segment des Tafelgeschirrs begründet sich aus diesem geschichtlichen Zusammenhang eine klare Kohärenz von Koch und PorzellanDer bekannte französische Küchenchef François Vatel (1631-1671) stand im Dienst des Prinzen von Condé und war als Küchenmeister und Ausrichter für die Präsentation und Darbietung der Gelage zuständig. Dazu gehörten neben dem opulenten Servieren auch Schaudarbietungen und themenbezogene Mahlzeiten mit Feuerwerk und künstlerischen Untermalungen. Nach dem großen Fest zu Ehren König Ludwig XIV. im Jahr 1671 nahm sich Vatel selbst das Leben, weil ihm die Kunst der Darbietung nicht so gelungen war, um das Lob des Sonnenkönigs zu erheischen. Als F. & B. Manager würde man heute feststellen, dass das mit 600.000 Écu für 3.000 Teilnehmer veranschlagte Budget für dieses Bankett eine wareneinsatzoptimierte Kalkualtion erforderte und so Preis und Leistung im Einklang standen! Hochwertiges Porzellan reifte zum Element der Darstellung an allen Höfen des Ost-, Mittel- und Südeuropäischen Adels.   

 

(königliches Fürstenberg Porzellan von 1773)

 

 

Restauration & Porzellan

Mit dem Wegfall der grenzenlosen Ausgabenfreudigkeit des keinerlei Steuern zahlenden Adels und Königshofs durch die Französische Revolution mussten sich die Köche neue Einnahmequellen erschließen. Sie eröffneten Restaurants, in denen das wohlhabende Bürgertum verkehrte. Im 19. Jahrhundert erholte sich daher die französische Kochkunst von Revolution und Krisen. Die aufstrebende Bourgeoisie demokratisierte nach und nach mit Erfolgen und Rückschlägen auch die Küche. Während vieler Jahrzehnte kamen die berühmtesten Köche häufig aus Frankreich. So sind Bocuse, die Gebrüder Troisgros und Marc Haeberlin allesamt Schüler von Fernand Point. Sie propagierten eine Küche, die frische, hochwertige Lebensmittel der Regionen des eigenen Landes in raffiniert arrangierte, wohlschmeckende Tafelfreuden verwandelte. Die Nouvelle Cuisine fußte auf ähnlichen Zutaten wie die Diätküche: Gemüse, gedünstetes Fleisch, wenig Fett. Schüler von Bocuse, wie zum Beispiel Eckart Witzigmann verbreiteten diese Lehre auch in Deutschland. Mit der Biedermeierzeit um 1815 begann der Einzug des Porzellan in die bürgerlichen Gesellschaftsschichten in Europa und erlebte erst spät nach dem II. Weltkrieg seinen Siegeszug auf die Tische aller Stände und Einkommensklassen.   

(Bildrechte: Wikipedia)

 

 

Das heutige Tafelgeschirr

 

Obgleich man den guten Küchenchef gerne als Maitre oder Meister bezeichnet, der Koch ein anerkannter Ausbildungsberuf ist, man von selbigem spricht, der sein Handwerk versteht... ist Kochen bis heute kein Handwerksberuf! Dennoch ist der Koch, wie einst schon François Vatel, nach wie vor Zeremonienmeister und Ausrichter des Genuss! Traditionell - wie hier zu lesen - und funktionell - wie in der weiteren Warenkunde nachzuschlagen - obliegen dem Porzellan dabei als Tafel- & Serviergeschirr wichtige Bedeutungen und Funktionen. Es zählt zu den vier wichtigsten Warengattungen der Tischkultur, weil es den Gast berührt! Das Glas und die Gabel zum Gaumen gereicht, die Serviette zu Munde ist das Serviergeschirr die Manege der kulinarischen Darbietung im Zirkus der Erlebnisse und Illusionen. 

 

Erdbeere-Holst-Porzellan

   

Dabei kommt es dem Gast nur und ausschließlich darauf an, was und wie ihm die Leistung dargeboten wird und nicht worauf! Dem Gast ist der Preis des Tellers egal, die Marke des Porzellan unwichtig und alle Funktionen im Hinblick auf die gewerblichen Nutzungseigenschaften gleichgültig! Es geht dem Gast nur um die Qualität, Menge und Art der Darbietung einer Speise! Mit dieser simplen Definition fassen wir die gastronomische Leistung zusammen und differenzieren lediglich in zwei weiterführende Stufen: Über den Preis! Es gibt eine kleine Schicht, denen der Preis einer exquisiten Leistung egal ist... und die Mehrheit der Konsumenten, bei denen der Preis eine Rolle spielt! 

 

 

Schlicht & Stark in Form und Funktion

 

Wir von Holst Porzellan erzählen nichts von Tradition, Renaissance und Rokoko um unsere Kunden zu überzeugen! Wir brauchen auch kein Höchstmaß an Qualität und Perfektion in Porzellan, denn auf unserem Geschirr liegen die Speisen der Gastgeber von guter Qualität! Unser Porzellan ist das Handwerkszeug unserer Kunden und ein wichtiger Bestandteil der gastronomischen Leistung, von der wir alle leben! Hätte es Holst Porzellan schon im Jahre 1671 gegeben, wäre François Vatel sicher älter als 40 Jahre geworden! Denn wir bieten ein ordentliches Produkt, dass der Erwartung des Gastes, dem Funktionsbedarf der Gastgeber und den Möglichkeiten eines vernünftigen Budgets gleichermaßen entspricht! Wir sind nichts anderes als das Geschirr, das die Leistung der Küche in der Manege der gastronomischen Darbietung unterstützt. Das ist Porzellan für professionelle Gastgeber und macht uns zu einem Gastronomiepartner! 

 

 

Herzlichst Ihr

Team

Holst Porzellan/Germany

 

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