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Preisfaktoren

Die Preisfaktoren der der Porzellanherstellung

 

 

Energiekosten

 

Mit zunehmender Knappheit fossiler Brennstoffe nehmen die Energiekosten bei der Porzellanproduktion einen stetig steigenden Faktor ein. In den einschlägigen Fachbüchern finden sich bezüglich der Energiekosten noch Zahlenwerte und Statistiken "anno dazumal", die wir leider (bitte entschuldigen Sie Herr Dr. Friedl) hier etwas korrigieren dürfen. Zunächst die Statistik aus den aktuellen Fachbüchern:

 

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Diese Werte stammen aus den frühen 80ern und treffen heutzutage - vor allem in Asien - nicht mehr zu! Mit der Verknappung der Brennstoffvorräte und der Verteuerung  von  Rohstoffen (Gas und Heizöl) hat sich auch das Kostenverhältnis der Energiekosten in der Porzellanproduktion drastisch verändert. Gerade im asiatischen Raum ist der Anteil Energie pro kg gebranntem Porzellan erheblich höher, als in Westeuropa. Wir können bestätigen, dass uns verantwortliche Produktionsleiter in Malaysia Werte von 30% und in der Volksrepublik China von bis zu 65% Energiekosten an Gesamtkosten genannt haben. Dies erklärt, warum Länder wie Brasilien mit der Verfeuerung von Tropenhölzern einige Porzellanartikel erheblich billiger anbieten können, als auf dem Weltmarkt üblich. Eine der vorrangigen Aufgaben für die kommenden Jahre in der asiatischen Porzellanproduktion wird es sein, die aufgewendete Energie zu reduzieren und überschüssige Wäre in neue Energie umzuwandeln. Sollte dies in den kommenden 5 Jahren nicht gelingen, wird eine konkurrenzfähige Produktion in Asien langfristig nicht mehr möglich sein.Entwicklung des Gaspreises (pro Tonne) in der VR China im Jahr 2005/2006: Wie Sie sehen, haben sich die Bezugspreise der Brennmittel nahezu verdreifacht. Damit liegen die Energiekosten an Gesamtkosten (Stand Jan 2006) bei rund 70%.

 

Wie kommt es, dass ein Porzellanartikel, der einem anderen zum verwechseln ähnlich sieht, preislich erheblich abweicht...? So und sinngemäß so, werden wir immer wieder auf die Preissituation von Porzellan angesprochen. Hier haben wir Gelegenheit, diese Umstände aus unserer Sicht einmal detailliert zu erklären.

 

 

Produktionskosten
 

In der nachfolgenden Warenkunde "Porzellanproduktion" wird die Preisabhängigkeit der Porzellan-Herstellungskosten von den Weltmarktpreisen für Energie und Rohöl sehr deutlich (Link:Energiekosten). Bei einem Ölpreis von U.S. $ 60,00 und höher steigen die Energiekosten an Herstellungsgesamtkosten auf über 50%. Ab der magischen Linie von "60" müsste Porzellan dem Grunde nach jeweils um ein halbes Prozent für ein Prozent Rohölpreissteigerung teurer werden. Kann diese Steigerung auf dem Markt nicht umgesetzt werden, verlieren alle Partner der Zulieferer-Industrie erheblich an Reserven - eine Frage der Zeit, wann die Beteiligten nach und nach das Geschäft aufgeben müssen.

 

Materialien & Rohstoffe
 

Ebenfalls ausführlich wird in der Warenkunde "Porzellanproduktion" (Link: Rohstoffe) über die Güte von Rohstoffen und Glasuren berichtet. Wie bei fast allen Gütern dieser Erde gilt auch für Porzellan: Je besser die Rohstoffe, desto teurer ist der Produktpreis. An dieser Stelle hat es gerade der Verbraucher schwer, ohne Fachkenntnisse die Qualität von Porzellan zu beurteilen. Kaum in der Lage, Stoneware, Keramik oder Porzellan auseinander zu halten, kommt das "böse Erwachen" meist erst nach längerem Gebrauch des Artikels: Glasuren springen, Kanten brechen, der Glanz und die Anmutung des Porzellan verschwindet für ein schleierhaftes grau. Immer dann haben wir den Beweis für geringwertigere Rohstoffe.

 

Der Importpreis
 

Wie die nachfolgende Grafik darstellt, sind aber die Produktionskosten nur ein kleiner Teil der Zusammensetzung eines Importpreises. Ab einem geforderten Preisnachlass von 15% können wir getrost feststellen: Den Kaffeebecher bekommen Sie umsonst, aber zahlen Sie uns bitte unsere Kosten!

 

Seriengeschäft
 

Hier werden verschiedenste Artikel in eine zusammenhängende Serie (Teller, Schalen, Platten, Dosen u.v.m.) eingebunden. Der Hersteller/Vertreiber ist seiner Kundschaft gegenüber verpflichtet, einen Nachkauf auch in geringeren Mengen zu realisieren. Dies bedeutet, dass die Artikel auch in kleinen Stückelungen gefertigt werden, was die Produktionskosten in die Höhe treibt. Je länger eine Maschine läuft, um ein- und denselben Artikel zu fertigen, desto günstiger werden die Produktionskosten. Dabei spielen die "Umrüstkosten" der Maschinen eine große Rolle, denn diese "Leerlaufzeiten" kosten viel Geld. Man kann also feststellen, dass Serienartikel grundsätzlich teurer sind, als Postenware. Das "Seriengeschäft" ist bitte nicht zu verwechseln mit dem "Verkauf von Komplettserien", also wenn Tchibo & Co für "ein Appel und Ei" ein Kaffee- oder Tafelservice "verknallt" und so blödsinnige Preise wie "4 Euro" für ein ganzes Service nimmt. Jedermann weiß, dass soviel schon fast der Karton drum rum kostet, deshalb möchten wir auf diese Form der "Resteverwertung" nicht weiter eingehen.

 

Postenware
 


Sind Einzelstücke, Restposten, Produktionsüberhänge, Restanten, Minderqualitäten oder Retouren. Postenware ist von einer Nachkaufgarantie grundsätzlich ausgeschlossen; es gilt: "Nur was da ist". Die Preisreduktionen zur Normalware kann sehr erheblich sein. Große ausländische Fabriken wie Lubiliana, Saturnia, POM, CIM, Tognana u.a. sind davon besonders betroffen: Wir kennen aus eigener Erfahrung Nachlässe bis zu 90% gegenüber dem Normalpreis, wenn eine dieser Firmen auf "großen Beständen" sitzt. Bei derzeitiger, wirtschaftlich schwierigen Lage kommt erschwerend hinzu, dass jede Insolvenz, Werksschließung und jeder Konkurs in der Branche eine Flut von "Billigware" mit sich zieht und für längere Zeit ganze Kanäle oder Warengruppen blockieren kann. Bei Postenware gilt der Grundsatz: Es gibt nichts was es nicht gibt! So kann ein Artikel, der mit Euro 3,00 in einer Preisliste steht, schon mal mit 30 Cent verkauft werden. Es ist müßig darüber nachzudenken, "warum" oder "wie kommt das". Oft ist diese Ware bereits von einer anderen Firma bereits bezahlt worden (Versicherungsschäden, Regress- und Konkursware), so dass derart unrealistische Preise zustande kommen. Gerade wenn es nicht auf Nachkauf ankommt, ist Fehlware ein lohnendes Schnäppchen!

Falscher Vergleich
 

Porzellan wird verglichen mit erheblich billigeren Stoneware oder Vitrous Porzellan (siehe auch Steingut).

 

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